Lebenslust und meine innere Künstlerin

Ein Buch das mich aktuell begleitet ist “Des Künstlers Weg” von Julia Cameron, ein 12 Wöchiges Programm zur Erweckung der Inneren Künstlerin. Ich habe das Buch mehrmals empfohlen bekommen und traue mich daher eher Entscheidungen auf Basis dieses Buches zu treffen obwohl ich erst bei Tag 1 bin.

Eine Sache die heute besonders bei mir angeschlagen hat war die Übung “Imaginäre Leben” in der man sich vorstellt man habe fünf weitere Leben die man beliebig leben kann. Ich liebe es mir Dinge vorzustellen ohne durch Ängste, Lebensumstände oder andere menschliche Probleme eingeschränkt zu sein und während ich also diese Übung gemacht und absolut genossen habe ist mir klar geworden das die meisten meiner “Parallelleben” nicht unrealistisch sind. Im Gegenteil! Klar, ich wäre nicht dagegen Astronautin zu sein aber dieser Punkt steht nicht ganz oben auf der Liste. (Zu viel Stress und Lebensgefahr wenn ich ehrlich bin..)

Die ersten fünf Leben die mir eingefallen sind, auch wenn ich mich definitv nicht darauf beschränkt habe, waren

  1. Schauspielerin
  2. Juristin
  3. Autorin
  4. Malerin
  5. Illustratorin

Ich muss an dieser Stelle erwähnen das ich komplett zufrieden bin mit dieser Auswahl aber trotzdem noch sehr gerne “Regisseurin” in die Liste quetschen würde.

Wie ihr sehen könnt: meine Träume sind machbar. Mehr als Astronautin oder Präsidentin sein. Und was wichtiger ist, das mir bewusst geworden ist das diese Berufe fast alle einen Lebensstil in sich vereinen: das Künstlerleben. Es scheint vielleicht keine Überraschung für die meisten zu sein das ich durch ein Buch namens “Der Weg des Künstlers” herausgefunden habe das ich ein Künstlerleben führen will aber hört noch kurz zu. Seit ich Klein war habe ich mich strikt geweigert einen Bürojob zu machen. Es ist wahrscheinlich nicht sehr ungewöhnlich für ein Kind eher von Abenteuern angezogen zu sein aber diese Haltung ist für mich bis heute erhalten geblieben. Mit meinen 18 Jahren bin ich an einem Punkt im Leben an dem man entscheiden soll was man vielleicht für sein ganzes Leben machen will. Vielleicht ein wenig übertrieben gesagt aber ihr wisst was ich meine. So oft kann man den Studiengang nicht wechseln und es wird auch wahrscheinlich bei einer Richtung bleiben die auch nur zu einer begrenzten Menge an Berufsmöglichkeiten führt. Demenstprechend habe ich schon verschiedenste Szenarien durchgespielt die mit der Zeit immer “erwachsener” wurden. Immer mehr kamen Ängste dazu wie keinen Erfolg zu haben, finanzielle Unsicherheit und mangelnder Glaube an meine Fähigkeiten. Und so wurde aus meiner Künstlerin erst eine Grafikdesignerin, Philosophin, Verlegerin und PR Sprecherin. Und glaubt mir, gebt mir noch ein paar Monate mit meinen Unsicherheiten und ich werde mich noch weiter von meinem Traum entfernen. Ich habe schon über Biologie nachgedacht..

Aber der Gedanke an einen klassischen Bürojob macht mir wahnsinnige Panik. Routinearbeit ? Hässliches Umfeld ? Langweilige Menschen ? (Sorry)

Versteht mich nicht falsch, egal welche Möglichkeiten sich mir öffnen und welche ich davon im Endeffekt ergreife, ich werde mich über alle freuen und dankbar sein. Wenn ich könnte würde ich tausende von Lebens- und Berufsmöglichkeiten ausprobieren. Aber wir kriegen nur ein Leben und das müssen wir für uns bestmöglich gestalten. Und das mache ich jetzt.

Ehe sich jemand darüber lustig macht das ich eine naive 18 jährige bin die noch an Kindheitsträumen hängt und noch nicht herausgefunden habe wie die echte Welt funktioniert: Ja. Genau das ist der Fall und ich bin der Meinung das wir nicht mehr genug davon haben. Ich kenne niemanden in meinem Umfeld der noch träumt, ich kenne kaum jemanden der es überhaupt in Erwägung gezogen hat zweimal nachzudenken bevor sie studieren oder sonst was machen gegangen sind. Und wisst ihr was ? In den meisten Fällen waren sie nicht mal sicher ! Der Gedanke davon sich Zeit zu nehmen um nachzudenken ist für sie schlimmer als “irgendwas” zu studieren.

Aber das soll keine Schimpftirade über meine Altersgruppe sein. Ich will hiermit nur ausprobieren ob ich mir erlauben kann das Leben zu leben das immer irgendwo in meinem Hinterkopf als das “perfekte Leben” abgespeichert war. Ich bereue so sehr das ich nicht an Theaterstücken teilgenommen habe als ich die Chance hatte, ich bereue das ich keine Band gegründet habe als ich es wollte und ich bereue das ich irgendwann aus Angst vor schlechten Noten komplett aufgehört habe meinen Träumen nachzuhängen. Ich bedauere all die Momente die ich nicht genossen habe und all die Möglichkeiten die ich nicht ergriffen habe.

Viele der Berufe die ich in meinem Parallelleben ausüben würde gehen Hand in Hand mit einem Lebensstil der sich sehr von dem unterscheidet wie sich das Leben jetzt für mich anfühlt. Freier. Leidenschaftlicher. Voller Liebe. Farbe an den Händen, wilde Haare, ein liebevolles Chaos aus Kunstutensilien, Büchern und Notizen.

Seht diesen Blog als einen Versuch dieses Leben zu manifestieren oder zumindest ein kleines Stückchen von der Künstlerin in meinem Kopf in mein Leben zu bringen. Ich gebe zu dass dieser Blog hauptsächlich nur mir dient indem ich mich traue meine Worte in die Welt zu tragen und hier ein virtuelles Bild von der Polina erschaffe die ich gerne wäre. Und längst gerne gewesen wäre. Ich will selbstbewusster sein und mehr Spaß am Leben haben. Das ist ab jetzt meine Plattform dafür. Eventuell schaffe ich es irgendwann andere zu inspirieren.. wer weiß ?