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Linas Blog Posts

Welcome to University

Mein Unterricht in der Uni hat begonnen und ich muss sagen ich habe es gar nicht gut vertragen. Ich bin nicht dafür gemacht Leistung zu erbringen, auch wenn ich es gut kann und der Gedanke daran in die selben Strukturen wie vor einem Jahr zurück zu kehren macht mir Angst. Aber die ersten drei Tage sind vorbei und mein erster Eindruck ist das es ganz und gar nicht die selben Strukturen sind. Ganz im Gegenteil ! Ich besuche natürlich das Orientierungssemester weswegen ich vielleicht mehr an die Hand genommen werde als der übliche Student aber ich glaube das mir genau das eine Perspektive darüber gibt wie es eigentlich sein sollte. Erstens: der Lernstil ist nicht der selbe. Wir sind es vom Gymnasium so gewohnt eine Struktur zu haben an die wir uns halten müssen und stumpf Aufgaben runter zu schreiben, hauptsache man hat sie erledigt und wird in Ruhe gelassen. Ich habe immer wieder versucht Spaß an der Schule zu haben indem ich die Aufgaben zu meinem Projekt gemacht habe aber am Ende des Tages lief es immer darauf hinaus das ich unter den Rahmen des “Muss” und Stress gearbeitet habe. In der Uni läuft es anders. Direkt zu beginn wurde uns erklärt das wir nicht mehr eine Gliederung aufbauen können und dann anhand dieser den Text runter schreiben. Wir müssen Themen verinnerlichen und mehrmals formulieren und umbauen, wegschmeißen und von vorne anfangen ehe wir ein gutes Ergebnis haben. Die Themen müssen meiner Meinung nach “richtig” gelernt werden. Nicht das typische Bulimielernen wie wir das aus der Schule kennen sondern persönliches tiefes Lenen. Eine Erfahrung verinnerlichen. Themen in uns Reifen lassen und Zeit nehmen nachzudenken bevor man spricht. Die erste Aufgabe die ich bekommen habe war es über Werte, Fähigkeiten und Interessen nach zu denken und meine erste Reaktion war es schnell etwas aufzuschreiben “damit ich es pünktlich fertig habe” und dann weiter zu machen. Ich habe aber mittendrin gestoppt als ich bemerkt habe das etwas gewaltig schief läuft. Das ist ein Thema das mich interessiert, meine eigenen Werte kennen zu lernen war eine Aufgabe der ich das letzte Jahr intensiv nachgegangen bin während ich mich selbst kennen gelernt habe und ich war entgeistert das ich ein Thema das mir eigentlich am Herzen liegt so runter gerattert habe GERADE weil ich meine eigenen Werte noch nicht zu 100 Prozent kenne, nicht sicher in ihnen bin UND nicht weiß welcher Wert meine Priorität ist. Was mir dann aufgefallen ist ist das ich nicht die einzige war die im “Schul Mindset” gefangen war. Im Gruppenchat fing das Gespräch an: Müssen wir das machen ? Wir das benotet ? Gibt es eine Frist ?  Alles war auf das “Werden wir erwischt wenn wir es nicht machen” ausgerichtet. Erstaunlicherweise wenn man bedenkt dass das ein Orientierungssemester ist, ein Studiengang in dem wir uns befinden um zu verstehen was uns wichtig ist, nach welchen Werten wir leben wollen und wie sich das in unserer Studiengangswahl widerspiegeln kann. Stattdessen stand die Frage im Raum ob es überhaupt nötig ist sich selbst zu reflektieren wenn es nicht für eine Note ist. Und angesichts dessen das selbst ich, die ein Jahr zuhause geblieben ist um sich selbst zu reflektieren, kurz inne gehalten hat um den Sinn der Aufgabe zu hinterfragen finde ich das gar nicht so erstaunlich. Die Universität funktioniert nicht nach dem Prinzip das etwas für eine Note gemacht wird oder um nicht beschimpft zu weden. Ich sage nicht das Studenten das nicht machen aber ich behaupte das es in der Uni besser funktionieren wird wenn der Studiengang wie eine persönliche Angelegenheit wahr genommen wird. Die Themen die behandelt werden müssen mehr als nur gelesen und verstanden werden. Sie müssen in einem reifen, neue Dimensionen kriegen, ergänzt und durch eine eigene Meinung abgeschlossen werden (auch wenn die gerade am Anfang des Studiums kaum gefragt wird weil bekannt ist das Erstsemester noch nicht die Zeit hatten ein Thema zu reflektieren um sich eine fundierte Meinung zu bilden). Wenn etwas zu einer persönlichen Angelegenheit wird wird es leichter ein gutes Ergebnis zu erzielen weil man sich “aus Spaß” damit beschäftigt und nicht weil man Muss. Ich kann nur aus der Perspektive des ersten Eindrucks sprechen und melde mich zurück wenn ich mehr weiß. Ich wünsche euch noch eine Schöne Woche und fordere jeden von euch auf sich eine halbe Stunde oder mehr zu nehmen um die eigenen Werte und Fähigkeiten zu reflektieren, es ist das wert, glaubt mir!

Mit Liebe,

Polina 

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Lebenslust und meine innere Künstlerin

Ein Buch das mich aktuell begleitet ist “Des Künstlers Weg” von Julia Cameron, ein 12 Wöchiges Programm zur Erweckung der Inneren Künstlerin. Ich habe das Buch mehrmals empfohlen bekommen und traue mich daher eher Entscheidungen auf Basis dieses Buches zu treffen obwohl ich erst bei Tag 1 bin.

Eine Sache die heute besonders bei mir angeschlagen hat war die Übung “Imaginäre Leben” in der man sich vorstellt man habe fünf weitere Leben die man beliebig leben kann. Ich liebe es mir Dinge vorzustellen ohne durch Ängste, Lebensumstände oder andere menschliche Probleme eingeschränkt zu sein und während ich also diese Übung gemacht und absolut genossen habe ist mir klar geworden das die meisten meiner “Parallelleben” nicht unrealistisch sind. Im Gegenteil! Klar, ich wäre nicht dagegen Astronautin zu sein aber dieser Punkt steht nicht ganz oben auf der Liste. (Zu viel Stress und Lebensgefahr wenn ich ehrlich bin..)

Die ersten fünf Leben die mir eingefallen sind, auch wenn ich mich definitv nicht darauf beschränkt habe, waren

  1. Schauspielerin
  2. Juristin
  3. Autorin
  4. Malerin
  5. Illustratorin

Ich muss an dieser Stelle erwähnen das ich komplett zufrieden bin mit dieser Auswahl aber trotzdem noch sehr gerne “Regisseurin” in die Liste quetschen würde.

Wie ihr sehen könnt: meine Träume sind machbar. Mehr als Astronautin oder Präsidentin sein. Und was wichtiger ist, das mir bewusst geworden ist das diese Berufe fast alle einen Lebensstil in sich vereinen: das Künstlerleben. Es scheint vielleicht keine Überraschung für die meisten zu sein das ich durch ein Buch namens “Der Weg des Künstlers” herausgefunden habe das ich ein Künstlerleben führen will aber hört noch kurz zu. Seit ich Klein war habe ich mich strikt geweigert einen Bürojob zu machen. Es ist wahrscheinlich nicht sehr ungewöhnlich für ein Kind eher von Abenteuern angezogen zu sein aber diese Haltung ist für mich bis heute erhalten geblieben. Mit meinen 18 Jahren bin ich an einem Punkt im Leben an dem man entscheiden soll was man vielleicht für sein ganzes Leben machen will. Vielleicht ein wenig übertrieben gesagt aber ihr wisst was ich meine. So oft kann man den Studiengang nicht wechseln und es wird auch wahrscheinlich bei einer Richtung bleiben die auch nur zu einer begrenzten Menge an Berufsmöglichkeiten führt. Demenstprechend habe ich schon verschiedenste Szenarien durchgespielt die mit der Zeit immer “erwachsener” wurden. Immer mehr kamen Ängste dazu wie keinen Erfolg zu haben, finanzielle Unsicherheit und mangelnder Glaube an meine Fähigkeiten. Und so wurde aus meiner Künstlerin erst eine Grafikdesignerin, Philosophin, Verlegerin und PR Sprecherin. Und glaubt mir, gebt mir noch ein paar Monate mit meinen Unsicherheiten und ich werde mich noch weiter von meinem Traum entfernen. Ich habe schon über Biologie nachgedacht..

Aber der Gedanke an einen klassischen Bürojob macht mir wahnsinnige Panik. Routinearbeit ? Hässliches Umfeld ? Langweilige Menschen ? (Sorry)

Versteht mich nicht falsch, egal welche Möglichkeiten sich mir öffnen und welche ich davon im Endeffekt ergreife, ich werde mich über alle freuen und dankbar sein. Wenn ich könnte würde ich tausende von Lebens- und Berufsmöglichkeiten ausprobieren. Aber wir kriegen nur ein Leben und das müssen wir für uns bestmöglich gestalten. Und das mache ich jetzt.

Ehe sich jemand darüber lustig macht das ich eine naive 18 jährige bin die noch an Kindheitsträumen hängt und noch nicht herausgefunden habe wie die echte Welt funktioniert: Ja. Genau das ist der Fall und ich bin der Meinung das wir nicht mehr genug davon haben. Ich kenne niemanden in meinem Umfeld der noch träumt, ich kenne kaum jemanden der es überhaupt in Erwägung gezogen hat zweimal nachzudenken bevor sie studieren oder sonst was machen gegangen sind. Und wisst ihr was ? In den meisten Fällen waren sie nicht mal sicher ! Der Gedanke davon sich Zeit zu nehmen um nachzudenken ist für sie schlimmer als “irgendwas” zu studieren.

Aber das soll keine Schimpftirade über meine Altersgruppe sein. Ich will hiermit nur ausprobieren ob ich mir erlauben kann das Leben zu leben das immer irgendwo in meinem Hinterkopf als das “perfekte Leben” abgespeichert war. Ich bereue so sehr das ich nicht an Theaterstücken teilgenommen habe als ich die Chance hatte, ich bereue das ich keine Band gegründet habe als ich es wollte und ich bereue das ich irgendwann aus Angst vor schlechten Noten komplett aufgehört habe meinen Träumen nachzuhängen. Ich bedauere all die Momente die ich nicht genossen habe und all die Möglichkeiten die ich nicht ergriffen habe.

Viele der Berufe die ich in meinem Parallelleben ausüben würde gehen Hand in Hand mit einem Lebensstil der sich sehr von dem unterscheidet wie sich das Leben jetzt für mich anfühlt. Freier. Leidenschaftlicher. Voller Liebe. Farbe an den Händen, wilde Haare, ein liebevolles Chaos aus Kunstutensilien, Büchern und Notizen.

Seht diesen Blog als einen Versuch dieses Leben zu manifestieren oder zumindest ein kleines Stückchen von der Künstlerin in meinem Kopf in mein Leben zu bringen. Ich gebe zu dass dieser Blog hauptsächlich nur mir dient indem ich mich traue meine Worte in die Welt zu tragen und hier ein virtuelles Bild von der Polina erschaffe die ich gerne wäre. Und längst gerne gewesen wäre. Ich will selbstbewusster sein und mehr Spaß am Leben haben. Das ist ab jetzt meine Plattform dafür. Eventuell schaffe ich es irgendwann andere zu inspirieren.. wer weiß ?

 

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